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IVF-Behandlungen

IVF-Behandlungen

In den letzten Jahren hat sich die assistierte Reproduktionstechnologie (ART) stark weiterentwickelt. Sie bietet Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch neue medizinische Möglichkeiten. Eine der bekanntesten Methoden ist die In-vitro-Fertilisation (IVF). Unfruchtbarkeit betrifft weltweit Millionen Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation sind schätzungsweise 50 bis 80 Millionen Frauen betroffen. Die tatsächliche Zahl kann höher liegen, da der Zugang zu Diagnostik und Behandlung regional unterschiedlich ist.

Da ART international zunehmend akzeptiert wird, ziehen viele Paare eine Behandlung im Ausland in Betracht. Türkiye, insbesondere Istanbul, hat sich zu einem wichtigen Ziel für IVF-Behandlungen entwickelt. Die Stadt verfügt über moderne Kliniken, erfahrene Fachärzte und spezialisierte Labore. Viele Zentren arbeiten mit aktueller Medizintechnik und bieten verschiedene Behandlungsoptionen an. Dank der guten internationalen Anbindung ist Istanbul für Patientinnen und Patienten aus Europa, dem Nahen Osten und anderen Regionen gut erreichbar.

Wie oft ein Paar für eine IVF-Behandlung in die Türkiye reisen muss, hängt vom individuellen Behandlungsplan ab. In der Regel sind mindestens zwei Aufenthalte erforderlich. Beim ersten Besuch erfolgen Beratung, Diagnostik und Behandlungsplanung. Ärztinnen und Ärzte führen Untersuchungen durch, besprechen Testergebnisse und erstellen einen individuellen Therapieplan. Dieser Termin hilft auch dabei, offene Fragen zu klären.

Der zweite Aufenthalt umfasst den eigentlichen IVF-Zyklus. Dazu gehören hormonelle Stimulation, Eizellentnahme, Befruchtung im Labor und Embryotransfer. Dieser Abschnitt dauert mehrere Tage bis zwei Wochen. Für wichtige Schritte wie die Eizellentnahme und den Embryotransfer ist die Anwesenheit in der Türkiye notwendig. Einige Kliniken bieten flexible Programme an. Durch moderne Verfahren wie die Vitrifikation von Embryonen kann der Zeitplan angepasst werden. Das kann zusätzliche Reisen vermeiden.

Kosten von IVF-Behandlungen in der Türkiye

Die Kosten sind für viele Paare ein wichtiger Faktor. Die Türkiye bietet im internationalen Vergleich wettbewerbsfähige Preise bei gleichzeitig hohem medizinischem Standard. Viele Kliniken arbeiten nach internationalen Richtlinien. Das Preis-Leistungs-Verhältnis macht das Land zu einer gefragten Option für IVF-Behandlungen. Für genaue Informationen zu Kosten und Ablauf empfiehlt sich eine direkte Anfrage bei der gewählten Klinik.

Geschichte der Fruchtbarkeitsbehandlungen

Die Reproduktionsmedizin hat sich über viele Jahrzehnte entwickelt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden erste diagnostische Methoden zur Beurteilung der Fruchtbarkeit eingeführt. 1935 beschrieben Stein und Leventhal das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit.

In den 1950er Jahren ermöglichte die Einführung des Radioimmunoassays eine genaue Hormonmessung. In den 1960er Jahren folgten Medikamente wie Clomifencitrat und humane menopausale Gonadotropine. Auch operative Techniken zur Behandlung von Eileiterproblemen wurden weiterentwickelt.

Ein entscheidender Schritt war die Entwicklung der In-vitro-Fertilisation (IVF) in den 1970er Jahren. 1978 wurde mit Louise Joy Brown das erste IVF-Kind geboren. Seitdem haben sich die Methoden stetig verbessert. Heute ist IVF eine etablierte Behandlung bei verschiedenen Ursachen der Unfruchtbarkeit.

Faktoren, die Unfruchtbarkeit beeinflussen

Die Fruchtbarkeit wird von mehreren Faktoren bestimmt:

Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Eizellqualität ab, besonders ab 35 Jahren. Auch das Alter des Mannes kann eine Rolle spielen.

Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs: Die fruchtbaren Tage rund um den Eisprung sind entscheidend. Zyklusbeobachtung oder Ovulationstests können helfen.

Lebensstil: Rauchen, hoher Alkoholkonsum, starkes Übergewicht und Stress wirken sich negativ aus. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen die Fruchtbarkeit.

Berufliche Risiken: Kontakt mit bestimmten Chemikalien kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Weitere Einflussfaktoren sind:

Erkrankungen: Endometriose, PCOS oder Schilddrüsenerkrankungen können die Empfängnis erschweren.

Genetische Ursachen: Bestimmte genetische Veränderungen können zu Unfruchtbarkeit führen.

Umweltfaktoren: Luftverschmutzung und Schadstoffe können ebenfalls eine Rolle spielen.

Bei ausbleibender Schwangerschaft ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Fachärzte für Reproduktionsmedizin beraten zu geeigneten Untersuchungen und Therapien.

Ablauf einer IVF-Behandlung

In der Türkiye wird die In-vitro-Fertilisation (IVF) in spezialisierten Zentren durchgeführt. Zu Beginn erfolgen Blutuntersuchungen und Ultraschallkontrollen. Danach startet die hormonelle Stimulation der Eierstöcke. Ziel ist es, mehrere reife Eizellen zu gewinnen. Anschließend erfolgt die Eizellentnahme. Bei Bedarf wird die ICSI-Methode eingesetzt.

Die Eizellen werden im Labor mit Spermien zusammengebracht. Nach der Befruchtung beobachten Embryologen die Entwicklung der Embryonen. Ein oder mehrere Embryonen werden später in die Gebärmutter eingesetzt. Während des gesamten Prozesses erhalten Patientinnen und Patienten ärztliche Betreuung.

Untersuchungsphase und Bluttests

Vor Behandlungsbeginn erfolgt eine umfassende Diagnostik. In einem Gespräch mit beiden Partnern werden Krankengeschichte und mögliche Risikofaktoren besprochen. Typische Untersuchungen sind:

Zyklustag-3-Test: Messung von FSH und Estradiol zur Beurteilung der Eierstockreserve.

Hysterosalpingographie (HSG): Röntgenuntersuchung zur Kontrolle der Durchgängigkeit der Eileiter.

Spermiogramm: Analyse von Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien.

Beginn der Medikation

Die hormonelle Behandlung dient dazu, mehrere Eizellen gleichzeitig reifen zu lassen. Eingesetzt werden Gonadotropine wie Follistim oder Gonal-F sowie hMG. Zusätzlich können GnRH-Agonisten oder -Antagonisten verabreicht werden, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Dosierung und Dauer richten sich nach den individuellen Untersuchungsergebnissen.

Eizellentnahme bei IVF

Die Eizellentnahme erfolgt meist unter leichter Sedierung. Mit einer dünnen Nadel werden die reifen Eizellen über die Scheide entnommen. Der Eingriff ist minimalinvasiv und dauert in der Regel weniger als 30 Minuten.

ICSI: Spezialisierte IVF in der Türkiye

Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wird eingesetzt, wenn die Spermienqualität eingeschränkt ist. Dabei wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert. Diese Technik erhöht die Befruchtungswahrscheinlichkeit bei männlicher Unfruchtbarkeit. Viele Zentren in Istanbul bieten ICSI als Teil moderner IVF-Programme an.

Embryonenentwicklung bei IVF

Nach der Befruchtung entwickeln sich die Embryonen im Labor. Embryologen überwachen Teilung und Qualität. Ziel ist es, die entwicklungsfähigsten Embryonen für den Transfer auszuwählen.

Letzte Phase: Embryotransfer in der Türkiye

Der Embryotransfer ist der abschließende Schritt der IVF-Behandlung. Ein oder mehrere ausgewählte Embryonen werden mit einem dünnen Katheter in die Gebärmutter eingebracht. Der Eingriff ist in der Regel schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

Für individuelle Preisangaben und Details zum Ablauf sollten Patientinnen und Patienten direkt mit einer Klinik Kontakt aufnehmen. Medizinische Entscheidungen sollten immer in Abstimmung mit qualifizierten Fachärzten getroffen werden.

Quellen

  1. The Boston IVF Handbook of Infertility, Third Edition, Steven R. Bayer, Michael M. Alper, Alan S. Penzias
  2. Ethical and Legal Problems with Assisted Reproduction in Turkey, Ömür Elçioğlu, Atilla Yıldırım
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