Bariatrische Chirurgie
In den letzten Jahrzehnten hat sich Adipositas zu einem weltweiten Gesundheitsproblem entwickelt. Sie betrifft Menschen aller Altersgruppen und wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf Lebensqualität und Gesundheitskosten aus.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Zahl der adipösen Menschen seit 1975 fast verdreifacht. Rund 2 Milliarden Erwachsene gelten als übergewichtig, mehr als 650 Millionen davon als adipös. Die WHO reagierte darauf mit der „Global Strategy on Diet, Physical Activity and Health“ und forderte Länder auf, nationale Programme zur Förderung gesunder Ernährung und Bewegung umzusetzen. Der BMI (Body-Mass-Index) ist eine Kennzahl aus Körpergröße und Gewicht. Er dient zur Einteilung in Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas. Ein BMI zwischen 25 und 29,9 gilt als Übergewicht, ab 30 spricht man von Adipositas.
Adipositas ist eine komplexe Erkrankung. Sie entsteht nicht nur durch übermäßiges Essen. Genetik, Stoffwechsel, Hormone, psychische Faktoren und neurologische Prozesse spielen ebenfalls eine Rolle. Die Ursachen unterscheiden sich von Person zu Person. Deshalb sind klassische Maßnahmen wie Diät und Bewegung allein oft nicht ausreichend. Neben Ernährungsumstellung, Sport und Medikamenten ist die bariatrische Chirurgie eine Option. Studien zeigen, dass sie langfristig zu deutlicher Gewichtsreduktion führen und Begleiterkrankungen verbessern kann.
Mit moderneren und sichereren Operationsmethoden ist die Zahl der Eingriffe stark gestiegen. Während 1998 weniger als 10.000 Operationen durchgeführt wurden, sind es heute fast 200.000 pro Jahr, Tendenz steigend.
Warum bariatrische Chirurgie in der Türkei?
Die Türkei ist ein etabliertes Ziel für medizinische Behandlungen. Besonders Istanbul ist ein Zentrum für Gesundheitstourismus. Rund 70 Prozent der internationalen Patienten wählen Istanbul für bariatrische Eingriffe.
Moderne Kliniken: Viele Krankenhäuser verfügen über aktuelle Medizintechnik und internationale Akkreditierungen. Das medizinische Personal ist gut ausgebildet.
Erfahrene Chirurgen: In der Türkei führen spezialisierte Ärzte eine hohe Zahl an Operationen durch. Viele Professoren haben mehr als 3000 Eingriffe vorgenommen. In vielen europäischen Ländern liegt diese Zahl deutlich niedriger.
Kostenvorteil: Die Gesamtkosten sind im Vergleich zu Europa oder den USA deutlich geringer. Das gilt für Operation, Voruntersuchungen und Nachsorge.
Kurze Wartezeiten: Private Kliniken ermöglichen meist eine schnelle Terminvergabe. Lange Wartelisten wie in manchen öffentlichen Gesundheitssystemen entfallen.
Service für internationale Patienten: Transfers, Unterkunft und Dolmetscher werden häufig organisiert. Das erleichtert die Planung aus dem Ausland.
Gute Erreichbarkeit: Istanbul liegt zwischen Europa und Asien und ist mit vielen Direktflügen verbunden.
Für weitere Informationen können Sie das Kontaktformular ausfüllen und eine individuelle Beratung anfordern.
Was kostet bariatrische Chirurgie in der Türkei?
Die Preise liegen je nach Methode und Klinik zwischen 2.500 und 9.000 USD. In Kliniken mit besonders komfortabler Ausstattung können die Kosten über 5.000 USD liegen. Zum Vergleich: In Deutschland kostet ein Eingriff etwa 8.000 bis 15.000 Euro, in England 6.000 bis 15.000 GBP und in den USA 15.000 bis 35.000 USD.
Arten der bariatrischen Chirurgie
Es gibt verschiedene Operationsmethoden. Sie lassen sich in restriktive, malabsorptive und kombinierte Verfahren einteilen. Restriktive Methoden verkleinern den Magen und begrenzen die Nahrungsmenge. Malabsorptive Verfahren reduzieren zusätzlich die Nährstoffaufnahme im Darm. Heute werden vor allem moderne, minimalinvasive Techniken eingesetzt.
Verstellbares Magenband (Lap-Band)
Funktionsweise: Ein verstellbares Band wird um den oberen Magen gelegt. Dadurch entsteht eine kleine Magentasche.
Gewichtsverlust: Meist langsamer als bei anderen Methoden.
Begleiterkrankungen: Verbesserungen sind möglich, jedoch oft geringer als bei Bypass oder Schlauchmagen.
Langzeiterfolg: Abhängig von Ernährung und regelmäßigen Kontrollen.
Risiken: Verrutschen des Bands, Materialprobleme oder unzureichender Gewichtsverlust.
Reversibilität: Das Band kann entfernt werden.
Schlauchmagen
Funktionsweise: Etwa 80 Prozent des Magens werden entfernt. Es bleibt ein schlauchförmiger Restmagen.
Gewichtsverlust: Patienten verlieren häufig 60 bis 70 Prozent ihres Übergewichts.
Begleiterkrankungen: Häufig deutliche Verbesserung von Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck.
Langzeiterfolg: Gute Ergebnisse bei konsequenter Lebensstiländerung.
Risiken: Undichtigkeiten an der Naht oder Nährstoffmangel.
Reversibilität: Nicht rückgängig zu machen.
Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB)
Funktionsweise: Der Magen wird verkleinert und der Dünndarm teilweise umgeleitet. Dadurch wird sowohl die Nahrungsmenge als auch die Nährstoffaufnahme reduziert.
Gewichtsverlust: In der Regel 60 bis 70 Prozent des Übergewichts.
Begleiterkrankungen: Sehr wirksam bei Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Schlafapnoe.
Langzeiterfolg: Viele Patienten halten ihr Gewicht langfristig.
Risiken: Dumping-Syndrom, Vitamin- und Mineralstoffmangel oder Verdauungsprobleme.
Reversibilität: Theoretisch möglich, aber technisch aufwendig.
Eine Operation ersetzt keine Lebensstiländerung. Dauerhafte Erfolge erfordern angepasste Ernährung, Bewegung und ärztliche Kontrollen. In vielen türkischen Kliniken ist eine Ernährungsberatung im Preis enthalten. Psychologische Unterstützung kann ebenfalls sinnvoll sein.
Ernährung vor der Operation
Etwa 14 Tage vor dem Eingriff beginnt eine spezielle Diät. Sie soll die Leber verkleinern und das Operationsrisiko senken. Meist werden klare Flüssigkeiten wie Wasser, Brühe oder zuckerfreie Getränke empfohlen. Feste Nahrung ist in dieser Phase zu vermeiden. Kurz vor der Operation gilt zusätzlich eine Nüchternphase.
Ernährung nach der Operation
Nach dem Eingriff erfolgt die Ernährung stufenweise. Zunächst sind nur klare Flüssigkeiten erlaubt. Danach folgen eiweißreiche Flüssignahrung, pürierte Speisen und weiche Kost. Später wird schrittweise zu normaler, ausgewogener Ernährung übergegangen. Die Portionen bleiben dauerhaft kleiner. Zucker- und fettreiche Lebensmittel sollten reduziert werden.
Leben nach der Operation: Risiken und Veränderungen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es Risiken. Möglich sind Nährstoffmängel, Verdauungsbeschwerden oder das Dumping-Syndrom. Vorübergehender Haarausfall kann auftreten. Dieser Zustand wird als „telogenes Effluvium“ bezeichnet und normalisiert sich meist nach einigen Monaten.
Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig. Auch psychische Veränderungen sollten beachtet werden. Eine langfristige Betreuung durch Ärzte, Ernährungsberater und bei Bedarf Psychologen unterstützt den nachhaltigen Erfolg.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Für eine individuelle Einschätzung sollten Sie sich an qualifizierte Fachärzte wenden.
Quellen
- The SAGES Manual: A Practical Guide to Bariatric Surgery, 2008
- Bariatric Surgery: Technical Variations and Complications, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2012
- Review of Obesity and Bariatric Surgery: Essential Notes and Multiple Choice Questions, 2012
- https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight